EUR/USD – Untere Begrenzung der Stauzone angehandelt

Ausgelöst durch die am Freitag etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten und dem stärker als prognostizierten Preisanstieg in Europa, kam zum Wochenende hin und in der Tendenz in der Sonntagnacht und heute früh fortgesetzt, der Euro zum USD wieder etwas unter Druck. Im Ergebnis handelte das Währungspaar die untere Begrenzung der in der Vorwoche ausgeformten Konsolidierungszone im Bereich um 1,4376 / 1,4364 USD an, „durchstach“ diese heute früh leicht, kann sich zur Stunde aber oberhalb dieses Niveaus behaupten. Ein Händler umschrieb diese Entwicklung mit der Einschätzung, dass die jüngsten Daten einmal mehr Konjunkturzuversicht schüren würden, dennoch interpretiert im Markt derzeit niemand diese Kursentwicklung als nachhaltig kritisch für den unverändert dominanten Euro-Aufwärtstrend. Unverändert ist die Stimmung Euro-optimistisch, Treibsatz der Aufwärtstendenz sei die aller Voraussicht nach weiter ansteigende Zinsdifferenz zwischen Euro und USD, hieß es im Markt. Für das kurzfristige Zeitfenster hatten wir im Vorfeld dennoch immer wieder auf erste Erschöpfungsindizien des Trendverlaufes verwiesen, so dass wir mit Konsolidierung und Kursabschlägen verstärkt rechneten, strategisch gesehen die Tendenz dagegen noch nicht ernsthaft in Frage stellten und stellen.

Aus technischer Sicht können wir derzeit folgende Eckpunkte festhalten, mit denen wir in die neue Handelswoche starten: (a) es liegt uns auf Tagesbasis ein unverändert intakter und bisher weitestgehend bestätigter Aufwärtstrend vor. Dieser Aufwärtstrend wir (b) aus charttechnischem Blickwinkel heraus auf der Oberseite durch eine junge Konsolidierungszone gedeckelt. Deren Begrenzungen definierten wir in der Vorwoche in den Bereichen um 1,4518 / 1,4519 USD auf der Oberseite und 1,4376 / 1,4364 USD auf der Unterseite. Die Unterseite wurde heute Morgen temporär „durchstochen“. (c) Markttechnisch gesehen, wiesen wir bereits in der Vorwoche auf eine nachlassende Impulsstärke des Trendverlaufes hin. Die Schwungkraft ist aus überkauftem Niveau heraus rückläufig, der Aroon Indikator ist rückläufig und der MACD-Indikator in seiner Standardeinstellung signalisiert nun die bereits im Vorfeld angekündigte „Konvergenz“, eine Entwicklung, welche klassisch Kursabschwächung anzeigt. Die temporär erwarteten Ermüdungserscheinungen lassen sich auch im Stunden-Chart des Kursverlaufes des Währungspaares herleiten.

Solange sich der EUR/USD Wechselkurs oberhalb der 1,4376 / 1,4364 USD halten kann, behält die Konsolidierungszone ihre Gültigkeit bei. Wird dieses Unterstützungsniveau unterschritten, leitet sich das nächst tiefer liegende Unterstützungsniveau in den Bereichen um 1,4269 / 1,4249 USD her.

Der Wirtschaftskalender weist uns für den heutigen Montag um 14:00 Uhr (UTC) die Veröffentlichung des NAHB Immobilienmarktindex aus den USA aus. Erwartet wird ein Stand von 17,00 nach 17,00 im Vormonat. Es folgt, ebenfalls um 14:00 Uhr (UTC) das EU-Verbrauchervertrauen mit prognostizierten minus 10,00 nach minus 11,00. Um 14:30 Uhr (UTC) spricht dann noch FOMC Mitglied Fisher. Hier erwarten sich Experten Aussagen zur Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung der USA und Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank.

Fazit:

Am Freitag hatten wir, in Erwartung des Fortbestandes der Konsolidierungszone im kurzfristig relevanten Zeitfenster und einer weiterführend fortgesetzten Aufwärtsbewegung des Trendverlaufes, eine Kauforder knapp oberhalb der unteren Bereichsbegrenzung mit 1,4380 USD platziert. Den Stopp-Kurs definierten wir am Freitag bei 1,4330 USD. Heute Morgen wurde dieses Kursniveau durchhandelt, im Tief gab das Währungspaar bis auf 1,4347 USD ab. In der Konsequenz sind wir jetzt auf der Kaufseite positioniert und liegen heute früh vier Pips im Plus.

Weiterhin gilt, dass wir eine flexible Stopp-Kurs-Anpassung für sinnvoll halten, umso mehr, als dass wir zunehmend temporäre Schwächen im Kursverlauf des Währungspaares unterstellen. Das Kurs-Ziel leitet sich im Bereich um 1,4480 USD her.
Julius Sobizack / Finanzanalyst / Live Bell GmbH

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