Ein Kurs verändert sich in Pips. Ob daraus wenige Cent oder ein größerer Geldbetrag werden, entscheidet die Positionsgröße. Kapitel 2 des E-Books verbindet deshalb Lot, Pip-Wert, Hebel, Margin und Finanzierungskosten. Wer diese Größen verwechselt, kann das Risiko einer Position erheblich unterschätzen.
Was bedeuten Lot und Pip im Forex-Handel?
Ein Lot beschreibt die gehandelte Menge der Basiswährung. Als Rechengrößen nennt das Buch ein Standard-Lot mit 100.000 Einheiten, ein Mini-Lot mit 10.000 und ein Mikro-Lot mit 1.000 Einheiten. Broker können weitere Abstufungen anbieten. Eine höhere Stückzahl verändert nicht die Kursbewegung selbst, wohl aber ihren Geldwert für die offene Position.
Bei EUR/USD entspricht ein Pip in einer üblichen Vier-Nachkommastellen-Notierung 0,0001 US-Dollar je Euro. Bei einer beispielhaften Position von 10.000 Euro ergibt ein Pip damit rechnerisch 1 US-Dollar Kursunterschied; zehn Pips entsprächen 10 US-Dollar vor Spread, Kommissionen und weiteren Kosten. Dieses Beispiel veranschaulicht nur die Rechnung. Bei anderen Paaren und Kontowährungen kann der Pip-Wert anders ausfallen.
Hebel und Margin sind verschiedene Dinge
Der Hebel beschreibt das Verhältnis zwischen dem Wert der kontrollierten Marktposition und dem dafür gebundenen Eigenkapital. Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für diese Position reserviert. Ein Hebel von 1:10 bedeutet rechnerisch, dass für eine Marktposition im Wert von 10.000 Einheiten etwa 1.000 Einheiten Margin erforderlich sein können. Die tatsächlichen Anforderungen richten sich nach Instrument und Anbieter.
Wichtig: Der Hebel ist kein Gewinnmultiplikator ohne Gegenstück. Eine Marktbewegung wirkt auf den gesamten Positionswert, in die gewünschte wie in die unerwünschte Richtung. Wer dieselbe Position mit weniger Margin eröffnet, hat deshalb nicht automatisch ein kleineres Geldrisiko. Umgekehrt führt eine kleinere Positionsgröße meist zu kleineren absoluten Schwankungen. Zulässige Höchsthebel für bestimmte Kunden und Produkte sind keine Empfehlung, diese auszuschöpfen.
Margin-Call, Stop-Out und Kurslücken
Sinkt das verfügbare Kontoguthaben im Verhältnis zur gebundenen Margin, kann ein Broker eine Warnschwelle erreichen: den Margin-Call. An einer weiteren Schwelle können Positionen automatisch geschlossen werden, was oft Stop-Out heißt. Die konkreten Bedingungen stehen in den Unterlagen des Anbieters. Eine automatische Schließung garantiert keinen vorher bestimmten Ausführungspreis. Bei Kurslücken oder geringer Liquidität können Abweichungen entstehen.
Rollover und die vollständige Kostenrechnung
Bleibt eine Position über einen Handelszeitpunkt hinaus geöffnet, können Rollover- oder Finanzierungskosten entstehen; je nach Produkt und Konstellation kann auch eine Gutschrift vorgesehen sein. Dazu kommen Spread und gegebenenfalls Kommission. Deshalb ist ein Kursgewinn nicht automatisch ein Nettogewinn. Wer verschiedene Handelsideen prüft, sollte Ausführungs- und Haltekosten ebenso erfassen wie den angenommenen Einstiegs- und Ausstiegskurs.
Das Kapitel endet praktisch: Ausgangspunkt der Planung ist der Geldbetrag, dessen Verlust für eine einzelne Position überhaupt tragbar wäre. Aus diesem Betrag, einem begründeten Ausstiegspunkt und dem Pip-Wert lässt sich eine passende Positionsgröße ableiten. Wie Aufträge technisch erteilt und Broker geprüft werden, erläutert Kapitel 3 zu Orders, Broker und Konto.
