Money-Management befasst sich mit einer einfachen, unbequemen Frage: Was passiert mit dem Handelskonto, wenn eine Idee falsch ist – und wenn mehrere Ideen hintereinander falsch sind? Kapitel 5 des E-Books stellt deshalb den Kapitalerhalt vor die Suche nach einer besonders großen Einzelchance. Ein Handelssystem kann nur weiter erprobt werden, solange ausreichend Kapital vorhanden ist.
Das Risiko einer Position vor dem Einstieg bestimmen
Der mögliche Verlust einer Position ergibt sich nicht allein aus dem Stop-Loss-Abstand. Entscheidend sind Abstand, Pip-Wert und Positionsgröße zusammen. Wer einen Stop 20 Pips entfernt setzt, muss wissen, welchen Geldbetrag ein Pip für genau diese Position ausmacht. Hinzu kommen Spread, mögliche Ausführungsabweichungen und gegebenenfalls Finanzierungskosten. Ein Stop-Loss beschreibt daher einen Plan, keine Garantie für einen festen Maximalverlust.
Das Buch erläutert, warum es sinnvoll ist, Verluste einer einzelnen Idee in Bezug auf das verfügbare Kontokapital zu betrachten. Welcher Risikorahmen individuell tragbar ist, lässt sich nicht allgemein aus einer Prozentzahl ableiten. Wichtig ist ein vorab bestimmter Betrag, dessen Verlust weder laufende Ausgaben noch langfristige finanzielle Ziele gefährdet.
Was ist ein Drawdown?
Ein Drawdown ist der Rückgang eines Kontos von einem vorherigen Höchststand zu einem späteren Tiefpunkt. Er zeigt, wie stark eine Verlustphase das Kapital belastet. Fällt ein Konto von 10.000 auf 8.000 Euro, beträgt der Rückgang 2.000 Euro oder 20 Prozent des ursprünglichen Betrags. Um anschließend wieder 10.000 Euro zu erreichen, reichen 20 Prozent Gewinn auf die verbliebenen 8.000 Euro nicht aus: Erforderlich wären 25 Prozent.
Bei einem Rückgang um 50 Prozent wird die Rechnung noch deutlicher: Vom halbierten Kontostand aus ist ein Gewinn von 100 Prozent nötig, um den Ausgangswert zu erreichen. Diese Mathematik erklärt, weshalb große Verluste besonders schwer aufzuholen sind. Sie sagt nichts darüber aus, ob eine solche Erholung tatsächlich gelingt.
Verlustserien gehören in die Planung
Auch ein System mit vielen erfolgreichen Trades kann mehrere Verluste hintereinander verzeichnen. Wer jede Position zu groß wählt, erreicht möglicherweise schon vor einer späteren Erholung eine schwer tragbare Kontobelastung. Kapitel 5 lädt dazu ein, Verlustserien vorab durchzurechnen: Wie entwickelt sich der Kontostand nach mehreren Fehltrades? Muss die Positionsgröße nach einer Verlustphase angepasst werden? Sind die eigenen Regeln dann noch durchführbar?
Das Ziel des Risikomanagements ist nicht, Verluste auszuschließen. Es soll verhindern helfen, dass ein einzelner Fehler oder eine kurze Serie das gesamte Vorgehen beendet. Dabei bleiben Markt- und Produktrisiken bestehen. Für gehebelte Produkte gilt besonders: Nur Geld einsetzen, dessen vollständigen Verlust man verkraften kann.
Die Regeln zur Kapitalbegrenzung sollten im persönlichen Handelsplan festgehalten und nach jedem Trade überprüft werden. Wie dieser Plan aussieht und wie Emotionen Entscheidungen verändern können, erläutert Kapitel 6 zu Handelsplan und Trader-Psychologie.
